Wenn der Sommer geht Wie zartes Gold, als Schleier der Erde, zeigt sich der Herbst in stummer Gebärde. Küssend die Wangen der Sonnenzeit, zum Abschied in buntem Fahnenkleid. Die Früchte des Sommers sind eingeholt, für kältere Tage die Schuhe besohlt. Still legt sich der Nebel im Tau der Frühe, leicht über’s Moor ganz ohne Mühe. Die Nachtigall zwitschert ein letztes Lied, dann geht sie auf Reisen, gen Süden sie zieht. Im Wald sprießen Röhrling und Ritterling, im Bett brauner Blätter zum Himmel hin. Die Tage sind kürzer und dunkler geworden, kaum Licht das gesandt zum Vertreiben der Sorgen. Halt inne, oh Mensch, und versuch’s zu tragen, der Sommer kommt wieder, kein Grund zu verzagen. © Holger Rudolph 2009 |