Stille
Im Rausch des Lebens wirbelnd,
gejagt von Zeit und Raum.
Sind Augen müde irrend,
als wäre es ein Traum.
Kaum Rast am Rand der Steppe,
dürstend nach des Friedens Quell.
Legt sich über uns die Decke,
dumpf und dunkel, niemals hell.
Freiheit ringt nach Luft sodann,
geschnürt der Hals zur Enge.
Hände suchend dann und wann,
im trocknen Sand der Menge.
Aufgegeben, blickend stumm,
himmelwärts nur suchend.
Fliegt ein Schmetterling herum,
findet eine Seele fluchend.
Flatternd weist er seinen Weg,
tief hinein nach innen.
Zögernd folgend auf dem Steg,
gedankenschweres Sinnen.
Tiefer, immer tiefer sinkt,
was zuvor noch starrend.
Lösend langsam weiter dringt,
jetzt nicht mehr beharrend.
Da ward es plötzlich still im Sein,
am Ende dieser Reise.
Die ein Anfang scheint zu sein,
auf ganz besondre Weise.
Weder gestern noch das Morgen,
existieren in der Zeit.
Nur das Jetzt löst all die Sorgen,
lächelnd und mit Freundlichkeit.
Stille gibt dem Leben Liebe,
Liebe gibt dem Leben Freud.
Freude öffnet sich dem Frieden,
Frieden wird im Herz gezeugt.
Und bleibt im Herzen Stille groß -
wird alles neu, was hoffnungslos.
© Holger Rudolph 2003