Schneeglöckchen
Sanft erwacht am Morgen, zu deiner Füßen ruht der Frost. Schon in Bälde ich geborgen, Tau in Strahlen dort von Ost. Wenn der Glocken Klang erklingt, so unhörbar Zeit um Zeit, dann ist mir als ob da singt, ein Vöglein hoch im Zweig. Trägt gedankenweite Ferne, zu mir hin in kleinster Freud, und ich lausche noch so gerne, was es mir erzählet heut. Jahr um Jahr gar mir zum Gruße, und auch dir ins Herzelein, will mir sein wie eine Muse, will mir sein wie Sonnenschein. Schon hängt dein Köpfchen kraftlos nieder, und auch dein Glockenklang verweht. Doch verkündet ist nun wieder, dass jetzt der Winter langsam geht. © Holger Rudolph 2011 |