Rosaceae

Du anmutende Schönheit in Zierde des Lichts,
bist voller Klarheit, nimmst von mir das Nichts,
welches nächtliche Schatten aus Nebeln der Last,
gestülpt hat aufs Haupte in Schmutz und in Hast.

In träumender Wachheit alsdann mir geschieht,
was längst vergessen und selten wer sieht;
mein Herz sich eröffnet durch duftenden Hauch,
dem betörenden Antlitz am Rosenstrauch.

In der Iris sich spiegeln die zaubernden Blüten,
s’ist ein Schatz fast ungreifbar, mich dünkt ihn zu hüten.
Denn wer ihn gar stiehlt wird niemals begreifen,
des eigenen Seins fruchtbares Reifen.

Drum vergaß der Mensch im Sein zu spüren,
die sich öffnenden,  schwebenden Türen,
wenn beim Anblick der Königin sich offenbart,
was vom eigenen Ich verborgen ward.

© Holger Rudolph 2010