Margerite

Am Ufer still, da fand ich dich,
so lieblich wohl im Lichte,
welch ward gesandt ganz inniglich,
zart leuchtend im Gesichte.

Deine Blätter streift der Wind,
streicheln sanft so manches Kind.
Ihr Weiß gleicht Schnee auf Bergeshöhn,
so hell, so rein, so wunderschön.

Du ludst mich ein, gar zu verweilen.
Die Zeit, die sollt' ich mit dir teilen.
Deiner Worte warn' nicht viel -
mehr ein Tanzen, mehr ein Spiel.

Geschenktes Lächeln - ohne Hast.
Für kurz entschwand die lange Last,
die auf das Haupt beständig schlägt,
die unsereins im Nacken trägt.

Begleitet wurd' ich nur ein Stück -
doch ich blicke gern zurück,
erkennend, selbst am Wegesrand,
wächst Hoffnung pur aus Sternensand.

symbol
© Holger Rudolph 2011