Liebe
Ruhende Mutter des Herzens,
entflammbarer Sturm der Gefühle.
Du machst mich blind,
wenn Blindheit gebraucht.
Du machst mich sehend,
wenn meine Sicht gehärtet.
Bindende Kraft der Seele,
strahlender Schein im Antlitz.
Mit dir ist Trauer und Freude,
Schicksal und Verirrung,
Glück und Verletzung.
Sag, warum plärren sie ständig?
Mehr bist du, als jammernde Kadenz.
Du kommst und gehst,
sprießt und erfüllst,
ermattest und schmerzest.
Mehr als alles andere bestimmend,
im rechten Maß lebendiger Dauer.
Bedacht will ich sein, mit Acht,
wenn denn gekreuzt meine Wege.

© Holger Rudolph 2008