Hasel Ich wanderte im Sonnenlicht, am Berg die Hänge voller Schnee. Da plötzlich sah ich dein Gesicht, viel früher als den Klee. Deine Kätzchen streicheln zart, meiner Hände Rücken. Bist Bote einer frühen Art, und lässt mich wohl entzücken. Denn winterlich erscheint die Flur, im zweiten Monat frostig gar. Doch du verkündest wie die Uhr, die Wärme kommt, wie’s immer war. Und wenn ich schüttle deine Äste, so ruf ich durch der Pollen Flug, die ersten Bienen aus dem Neste, gibt bald Honig aus dem Krug. Wohlan!, die Tage sind gezählt, an denen frierend ich verharrte, als die Kälte mich gequält, und ich am Leib erstarrte. Ich fühle dein erwachtes Leben, gibt mir Kraft im Blütensegen. Ein Lächeln meine Lippen streift, bin gewahr, der Frühling reift. © Holger Rudolph 2011 |