Gefrorene Herzen
Still das Eis im Wald verborgen,
unter ihm der Welten Sorgen.
Eingefrorn der See der Kinder,
bedeckt vom kalten, starren Winter.
Nicht die Jahreszeit, die zählt,
mehr das Leben, das man wählt,
als Gast in irdischen Gefilden,
gleichwie in wässrigen Gebilden.
S’ist der Dogmen schwere Bürde,
die erbaut die eisge Hürde.
Alle Freiheit fest verzurrt,
wehe wenn gar einer murrt.
Laß die Sonn‘ das Eise schmelzen,
durch der Augen klares Tor.
Sollen sich die andern wälzen,
daran schon mancher gar erfror.
Die Hand der Liebe stärkt das Leben,
der freie Geist bläst die Posaun.
Nicht nur nehmen, sondern geben,
sei der Menschen reicher Traum.
© Holger Rudolph 2010