Freiheit
Die Fahnen erhoben aus dunkler Nacht,
mit Blut wurd‘ bezahlt und Opfer gebracht.
Aus Knechtschaft entsprungener Freudenspross,
gen‘ Himmel die Hände im Friedenstross.
Spielende Kinder am Straßenrand,
tanzende Frauen weit über’s Land.
Trinkende Männer torkeln im Glück,
die Welt blickt nach vorne, keiner zurück.
Die Toten begraben im Trauerflor,
sind Helden so still, geschlossen das Tor.
Erklingend die Hymnen, ergriffen in Liebe,
vertrieben das Böse, die raubenden Diebe.
Ein Mädchen bringt Blumen, Soldaten in Tränen,
geschmückt die Gewehre, sanfte Fontänen,
aus Herzen der Sehnsucht in hellstem Licht,
zerrissen das finstre, vernarbte Gesicht.
Noch nie eine Mauer hat Stand gehalten,
wenn Menschen ziehn‘ trotzend, gegen Gewalten,
gemeinsam strebend, nach Luft innig ringend,
die in sich birgt Freiheit - atmend und singend.

© Holger Rudolph 2011