Die Fee
In Bäumen grün ihr Haupt sie legt,
und träumt von Friedensblüten.
Fern ab vom kalten Wind der fegt,
ganz eisig, um zu wüten.
Die Sterne glitzern nächtlich schön,
und leuchten ihr im Geiste,
den Weg zum lichten Pfad der Höhn,
auf dem der Weise kreiste.
Weisheit ist der Blüten Frucht,
mit der sie Kinder lehrte.
In Freiheit, weniger mit Zucht,
sich Weitsicht stets vermehrte.
Als diese dann auf Böden standen,
die reich an Kraft und Stärke warn,
kam immer mehr das Leid abhanden,
gebracht wie Gift im Adlerfarn.
Von Liebe waren sie durchdrungen,
als Saat der menschlichen Gestalt,
denn niemand hat je mehr gerungen,
als Feen dort im Zauberwald.
Und wenn du öffnest deine Fenster,
und spürst den Hauch der Flügel zart,
so sind es nicht die wehenden Gespenster,
sondern Wesen der besondren Art.
Das Leben ist des Zaubers Wald,
in dem der Mensch sich findet.
Die Seele ruft, es widerhallt,
vertraue still - so nichts erblindet.

© Holger Rudolph 2010